Presse aus 2008

Pressearchiv 2009

MAZ - "Der Havelländer" berichtet am 24.04. 2009

An der Haft vorbeigeschrammt | Justiz: Horizont betreut Geldstrafenschuldner
von Jens Wegener

HAVELLAND. Betrunken mit dem Fahrrad auf öffentlichen Straßen fahren kann zwischen 400 und 600 Euro kosten. Wer das nicht bezahlen kann, landet im Gefängnis. Oder er wendet sich an den Verein Horizont in Nauen, der sich seit 2002 in dem Projekt "Arbeit statt Strafe" engagiert. "Wir versuchen säumigen Geldstrafenschuldnern eine gemeinnützige Arbeit zu vermitteln, was gleich mehrere Vorteile hat", erklärt Sozialarbeiter Christian Freund von Horizont e.V. Zum einen würde den Betroffenen wieder das Gefühl des Gebrauchtwerdens vermittelt. Sie würden in vielen Fällen sogar langfristig auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. "Zum anderem spart der Staat viel Geld, denn jeder Hafttag kostet..." Allein im vergangenen Jahr gab es im Landgerichtsbezirk Potsdam (Havelland, Potsdam und Brandenburg) 600 solcher Klienten, wie die Sünder in der Fachsprache genannt werden. "Tendenz steigend", sagt Freund und begründet: "Immer mehr Leuten fehlt das Geld, ihre Strafen zu bezahlen. Denn etwa vier Fünftel der Betroffenen sind Hartz-IV- oder andere Leistungsempfänger, weiß der Sozialarbeiter. Das Projekt "Arbeit statt Strafe" ist Teil eines landesweiten Netzwerkes "Haftvermeidung durch soziale Integration" (HSI). Gestern hatten sich Arbeitspartner aus allen vier Brandenburger Landgerichtsbezirken bei Horizont in Nauen zum Erfahrungsaustausch getroffen. HSI wird vom Brandenburger Justizministerium und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Praktisch funktioniert "Arbeit statt Strafe" im Havelland so: Der Verurteilte stellt einen Antrag zur Abwendung der Ersatzfreiheitsstrafe und meldet sich dann beim Verein Horizont. "Wir haben eine Liste mit Einrichtungen oder Projekten, wo die Betroffenen ihre Arbeit verrichten können", erklärt Christian Freund. Darunter sind unter anderem das Schullandheim in Schönwalde, die Nauener Tafel, diakonische Häuser oder das Tierheim in Rathenow. "Natürlich sind die Klienten unterschiedlich motiviert, aber unsere Aufgabe als Träger ist es, in individuellen Gesprächen die geeignete Arbeit für sie zu finden." Nur etwa zehn Prozent der so vermittelten Verurteilten brechen ihre Arbeit ab und gehen dann doch ins Gefängnis. Der überwiegende Teil leistet die Stunden ab. Allein im Jahr 2008, so Freund, kamen im Landgerichtsbezirk Potsdam etwa 72 000 Stunden gemeinnütziger Arbeit zusammen.

MAZ - "Der Havelländer" berichtet am 06.04. 2009

FREIZEIT: Vergnüglich und lehrreich | von Werner Schmidt
Clownerie, Kletterspaß und Selbsterfahrungen beim Familientag im MAFZ

PAAREN - Celine ist fünf und Kinderclown Manne ihr nicht ganz geheuer. Der kleine Stoff-Igel, den er in der Hand hält, macht immer dann einen unerwartet großen Satz, wenn sie ihn berühren will. Da stimmt doch was nicht. Da kümmert sie sich doch lieber um das schokoladenfarbige Kaninchen, das Manne zum Havelländischen Familientag mitgebracht hat. Das haut nicht ab. Aber die vielen Menschen sind dem Tier auch nicht geheuer, weshalb es sich lieber unter dem aufgeklappten Kofferdeckel verbirgt, in dem der Clown allerlei Krimskrams hat. Bunte Luftballons zum Beispiel, aus denen er blitzschnell Herzen formt oder Tierfiguren knotet. Bei dem herrlichen Frühlingswetter am Sonnabend genossen viele Besucher die Aktivitäten auf dem MAFZ-Freigelände. Das Klettern auf Bierkisten zum Beispiel. Da können auch Große wieder zu Kindern werden. Am Stand der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ), wo die Glien-Teenies aktiv waren, versuchte die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Richstein den schnellen Aufstieg. Festgegurtet am Sicherheitsseil mit Sturzhelm und angetan mit Sommerschuhen schaffte sie es zwar nicht, der Welt aufs Dach zu steigen, aber sie bezwang immerhin elf Bierkisten, bevor das fragile Fundament nachgab und die Politikerin nicht nur am Seil baumelte, sondern auch noch in der Luft hing. Am Stand des Humanistischen Freidenkerbundes ging es um gesunde Ernährung. Allerlei Gemüse stand bereit, aus dem sich jeder seine eigene Salatkomposition zusammenstellen konnte. Gleichzeitig bestand die Möglichkeit, sich aus Früchten, Fruchtsäften und Milch einen Cocktail zu mixen. Alkoholfrei natürlich. Das Thema Alkohol beleuchtete die Polizei genauer. Für Jugendliche wie junge Erwachsene, die das Alkoholverbot im Straßenverkehr noch nicht so richtig ernst nehmen, gab es die „Suffbrille“. Diese simuliert durch spezielles Glas den Blick eines Menschen mit 1,3 Promille. Damit sollte man dann noch ein Puzzle zusammensetzen. „Ehrlich: Da kommt man sich echt besoffen dabei vor“, kommentierte eine „Testperson“. An mehreren Tafeln präsentierte der Präventionstrupp der Polizei Dutzende von Schülerentwürfen zu Plakaten, die das Thema Vorbeugung zum Thema hatten. Eine Initiative, zu der Polizei und die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) die Schulen des Havellandes aufgerufen hatten.

Pressedienst

Telefon: 03321/ 455 341
Pressedienst eMail

Pressearchiv

Was hat die Presse geschrieben, was gab es zu berichten. Aktivitäten des Horizont e.V. aus der Vergangenheit

Pressearchiv 2010 zeigen

Pressearchiv 2008 zeigen

Pressearchiv 2006 zeigen

Pressearchiv 2005 zeigen

Pressearchiv 2004 zeigen